einfach New York - Reisebeschreibung

New York im Winter? ... haben sich sicher ein paar gefragt. Nunja. Warum nicht? Mein Wunsch nach Schneechaos in der unglaublichsten Stadt der Welt wurde mir schnell erfüllt. Gleich am ersten Tag gab es in den Morgenstunden 15 cm neues Weiß. Die anschließende erste Erkundung von Downtown Manhatten während Schnee- und Regengraupel hätte sicher einige als schlechten Start in den Urlaub abgetan. Ich habe es bis zu dem Zeitpunkt genossen, als meine Kamera spontan nach einer Schneematschdusche durch einen Truck den Geist aufgegeben hatte. Nachdem die Mietkamera schon für den nächsten Tag bestellt war, hat mein besten Stück sich abends doch entschieden weiterzumachen, und meine Laune wurde gleich wieder auf Urlaubsstimmung eingenordet. Zumal die Fotos vom ersten Tag so wurden wie ich New York sehen wollte. Hauptsächlich Grau in grau mit gelben Taxis. Im Verlauf der nächsten Tage fand ich es relativ einfach, sich in der Menge der Street´s und Avenue´s durchzogen vom Broadway zurechtzufinden. Der Stadtaufbau im Schachbrettmuster hat definitiv Vorteile bei der Erkundung zu Fuß und im Bus. Und so erkundete ich in den ersten Tagen die New York Public Library, das World Financial Center, Battery Park, die St Paul´s Chapel,  die Staten Island Fähre und Fort Greene Park in Brooklyn.
Das Wetter wurde während des gesamten Aufenthalts abwechslungsreicher. Temperaturen von 0 bis 10 Grad, Schnee, Nieselregen, Sonne und teilweise recht windig. Und so passte ich die Museumsbesuche im Museum of Modern Art (MoMA), American Museum of Natural History (AMNH) und Metropolitan Museum of Art an. Ich war über einen halben Tag im AMNH, und habe wahrscheinlich gerade die Hälfte von dem gesehen, was sehenswert ist. Auch die beiden anderen Museen sind wie bekannt sehr zu empfehlen. Columbus Circle und Central Park habe ich bewusst an einem wolkenverhangen Tag besucht. Die Stimmung dafür war einfach fabelhaft. Am ersten wirklich sonnigen Tag war ich auf Liberty und Ellis Island, habe im Helikopter New York von oben gesehen und nachmittags Midtown zwischen Flatiron Building, Madison Square Garden und Chinatown erkundet. Einen weitern sonnigen jedoch eiskalten Tag habe ich auf den berühmten roten Hop-on Hop-off Bussen verbracht und bin bis in die Bronx sowie durch komplett Manhatten gekommen. Ich mag diese Touren, da man in kurze Zeit weit kommt und es nicht einfach zum Fotografieren, aber extrem spannend ist. Den Sonnenuntergang des Tages und New York bei Nacht habe ich vom Brooklyn Bridge Park aufgenommen.
Kurzfristig gebucht wurde die 2-Tages-Bus-Tour nach Philadelphia und Washington zu einem echten Erlebnis. Mit einer großen Gruppe Chinesen und wenig Zeit besuchten wir leider nur die wichtigsten Ort wie z.B. die Independence Hall und das Liberty Bell Center in Philly und das Kapitol, das weiße Haus, das Lincoln Memorial, das Ford Theater und das Thomas Jefferson Memorial in Washington D.C.. In Baltimor besuchten wir die Hafenpromenade und das Besucherzentrum. Hier ist ein der ersten Flaggen der USA mit nur 13 Sternen ausgestellt. Zurück in New York besuchte ich noch die Gedenkstätte für die Opfer von 9/11. Die Wall Street am Beginn eines Arbeitstages hat mich enttäuscht, hier war nichts zu sehen von wegen Bienenschwarm. Vielleicht sind die Erwartungen auf Grund vielen Hollywoodfilme doch zu hoch. Die Trinity Church sollte man auf jeden Fall besuchen und auch der Fußweg über die Brooklyn Bridge ist ein Muss. Der Ausblick auf die Skyline von New York kann durchaus mit dem Blick von der Aussichtsplattform des Empire State Buildings mithalten. Hier lohnt es sich auf den Sonnenuntergang und ein bisschen länger zu warten. Zum krönenden Abschluss kann ich auch den Times Square am späten Abend empfehlen. Auch wenn man kein Fan von Musicals und Co. ist, lohnt es sich, das Treiben rund um die Kreuzung Broadway und 7th Avenue zu bestaunen. Alles in allem lässt sich sagen, 2 Wochen sind für einen Besuch in Ordnung. Wer viel Zeit fürs Fotografieren nutzen möchte, sollte sich darauf einstellen, nicht immer zur optimal Zeit am gewünschten Ort sein zu können. Gut organisieren kann man sich aber durchaus vor Ort. In vielen öffentlichen Gebäuden und Museen gibt es W-LAN. Smartphone-Apps für die Subway, Busrouten und virtuelle Stadtpläne gibt es ausreichend. Einen Stadtführer mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Insider Tipps hatte ich mit im Gepäck und habe ihn auch intensiv genutzt. Ich empfehle auch den New York City Pass. Dieser kann einfach vor Ort gekauft werden und man kann beim Eintritt für wichtigsten Sehenswürdigkeiten sparen. Auch der Transfer vom im New Jersey gelegen Flughafen ist total unkompliziert und günstig. Mit der kostenlosen Air Train und anschließender Zugfahrt (NJTransit) bis zur New York Penn Station für $ 12,50 ist man schnell in Manhatten. Ein Subwayticket für eine Woche ist verfügbar. Auch hier ist Sparpotenzial, wenn man viel und oft Subway fährt.
Als Fazit kann ich sagen: New York, immer ein Reise wert. Auch im Winter? Definitiv ja!